Am Wochenende iniziierte der Deutsche Turnerbund einen Fern-Wettkampf mit prominenter Besetzung zwischen den drei Trainingsstandorten Bergisch Gladbach, wo unter anderem unsere OSP-Turnerinnen Sarah Voss, Aiyu Zhu und Michelle Kunz (beide PerspektivTeam-Mitglieder) derzeit trainieren können, dem Stützpunkt in Stuttgart, wo beispielsweise Kim Bui ansässig ist, und Chemnitz, der Wahl-Heimat von Schwebebalken-Weltmeisterin Pauline Schäfer und der Olympiadritten Sophie Scheder.

Bei einem Turn-Team-Battle traten die Standorten in Vierer-Teams gegeneinander an. Nicht aber in ihren gewohnten Übungen an Stufenbarren, Schwebebalken, Boden und Sprungtisch, sondern in Challenges, die teilweise vom Publikum vorgeschlagen wurden. Ausgangspunkt für dieses innovative Format war die eigentlich anstehende Olympia-Nominierung am Sonntag, die Corona-bedingt auf das nächste Jahr verschoben wurde. Das neu kreierte Battle diente als tröstender Ersatz für alle Fans, aber auch als willkommene Trainingsabwechslung für die Turnerinnen des DTB.

Für alle, die den Livestream auf Turn-Deutschland.TV nicht verfolgen konnten, hier eine Wettkampf-Zusammenfassung des Deutschen Turnerbundes:

Die Turnerinnen hatten an den drei verschiedenen Stützpunkten insgesamt sieben Aufgaben zu lösen. Dabei gab es pro Disziplin für die Besten jeweils fünf, für die Zweitbesten drei und für die Drittbesten einen Punkt.

Sarah Voss brachte ihre Riege gleich in Führung, als ihr die Kombination aus Schaposchnikowa und Pak-Salto am Stufenbarren fünfmal hintereinander gelang. Doch die frühere Weltmeisterin Pauline Schäfer sorgte mit 18 freien Rädern innerhalb einer Minute am Schwebebalken dafür, dass Chemnitz kurz darauf gleichzog. Stuttgart hielt sich mit viermal Schapo-Pak von der routinierten Kim Bui und 13 freien Rädern der deutschen Rekordmeisterin Elisabeth Seitz jeweils in der Mitte, sodass alle drei Mannschaften nach zwei Runden sechs Punkte aufwiesen.

Von fünf Versuchen, einen Doppelsalto rückwärts vom Trampolin aus in den sicheren Stand zu bringen, gelangen Aiyu Zhu für Bergisch Gladbach und Jasmin Haase für Chemnitz jeweils vier. Bei einem Sprint samt Sprung über einen kleinen Kasten mit anschließendem Salto vorwärts, ebenfalls fünfmal hintereinander verlangt, war WM-Teilnehmerin Emelie Petz in 17,02 Sekunden am schnellsten, sodass Stuttgart zusammen mit Bergisch Gladbach, wo Michelle Kunz nur wenig langsamer war, die Nase im Zwischenstand vorne hatte.

Beim Handstandstehen auf dem Schwebebalken hielt das Quartett aus Bergisch Gladbach, dem auch noch Lara Hinsberger angehörte, mit insgesamt 85 Sekunden am längsten durch. Dafür beeindruckte Kim Bui bei den Burpees, einer Verbindung von Sprüngen über ein Seil und in den Liegestütz, und erreichte so zusammen mit Carina Kröll mit 55 Versuchen hier das stärkste Ergebnis.

Europameisterschaftsfinalistin Lisa Zimmermann und die Olympiadritte Sophie Scheder überzeugten zwar in Chemnitz beim Balanceakt mit einem Block Magnesia auf dem Fuß, den Gewichtheber Max Lang vorgeschlagen hatte, mit Synchronität. Doch das reichte nach dem vorherigen Rückstand nicht, um die Distanz zu Bergisch Gladbach noch aufzuholen. So gab es schließlich zwei Zweite und einen Sieger.

Moderator Jens Zimmermann und die aktuell verletzte Wahl-Stuttgarterin Michelle Timm erklärten den Wettkampf, beantworteten zwischendurch Fragen und sorgten so für Unterhaltung zwischen den Runden.

DTB-Sportdirektor Wolfgang Willam bilanzierte „einen tollen Wettbewerb“. Gleichzeitig kündigte er an, dass man derzeit dabei sei, im November Deutsche Meisterschaften zu organisieren. Diese würden als Qualifikation für die Europameisterschaften einen Monat später in Baku/Aserbaidschan dienen.

Das gesamte Turn-Team Battle der Frauen kann auch weiterhin unter Turn-Deutschland.tv im Re-Live angesehen werden. Am Donnerstag um 19 Uhr startet das Turn-Team-Battle der Männer.

Quelle: Deutscher Turnerbund / Bild: privat