Dramatisch verlief das gestrige Endspiel im Damen-Doppel zwischen unserer PerspektivTeam-Athletin Nina Mittelham mit Partnerin Kristin Lang und der österreichisch-russischen Kombination Sofia Polcanova/Yana Noskova. In einem Duell auf Augenhöhe hatte das DTTB-Duo nach mehr als einstündiger Spielzeit nach 2:3-Satzrückstand im siebten Satz bei einer 10:8-Führung zunächst zwei Matchbälle für, dann in der Verlängerung bei 10:11 und 11:12 zwei gegen sich. Am Ende setzte sich die Deutschen knapp, aber verdient durch: „Wir wussten, dass wir eine 50:50-Chance hatten. Im Finale war es sehr wichtig, die Initiative gegen unseren Gegner zu übernehmen, um in die offenen Ballwechsel zu kommen. Immer wenn uns das gelungen ist, waren wir im Vorteil. Das haben wir konsequent bis zum Ende versucht und deshalb auch gewonnen.“ Nina Mittelham ergänzt: „Unsere Mischung aus Routine und Jugend hat sich super ergänzt. Wir haben ein sehr starkes Finale gespielt. Ich freue mich sehr, dass mein Mut zum Risiko belohnt wurde. Zwar habe ich bei 10:8 im siebten Satz für uns einen gut liegenden Ball verzogen, dafür aber zweimal bei Matchball gegen uns unfassbare Bälle getroffen.“

Die Goldmedaille an der Seite der erst 21-jährigen Berlinerin Nina Mittelham („Ich kann das überhaupt noch nicht fassen, dass wir jetzt Europameister sind. Wahrscheinlich brauche ich ein paar Tage um zu begreifen, was dieser Titelgewinn bei solch einem wichtigen Turnier bedeutet“), bedeutet für die zwölf Jahre ältere Kristin Lang gleichzeitig die erfolgreiche Verteidigung ihres erstmals 2016 in Budapest (mit Sabine Winter) gewonnenen Titels. Zuvor hatte die ausgebildete Physiotherapeutin mit Wu Jiaduo 2012 und Zhenqi Barthel 2009 zweimal dritte Plätze erreicht. Mittelham ist nun bereits die vierte Partnerin, mit der Lang bei Europameisterschaften erfolgreich ist.

Das für die EM neu formierte Doppel harmonierte in Alicante auf Anhieb glänzend und besiegte bis zum Finale mit den Portugiesinnen Yu Fu/Shiao Jieni, den an Positon zwei gesetzten Rumäninnen Elisabeta Samara/Bernadette Szcos und den Luxemburgerinnen Ni Xialian/Sarah de Nutte drei hoch eingeschätzte Kombinationen. Lang: „Am Anfang der EM haben wir nicht daran gedacht, als Europameister nach Hause zu fahren. Aber wir haben uns von Spiel zu Spiel gesteigert und ich glaube, dass unser Doppel Potential hat. Es ist einfach fantastisch, wie vor zwei Jahren Gold zu holen.“ Lang verteidigte ihren Titel mit nur wenigen Monaten Training nach der Geburt ihrer Tochter Carolin im Januar, die in Spanien zusammen mit Vater Jochen die Matches der Mama von der Tribüne aus verfolgte. „Dass ich so schnell nach der Geburt meiner Tochter wieder auf diesem Level spielen kann, verdanke ich einem guten Zeitmanagement, und vor allem auch der Unterstützung meines tollen Ehemanns. Ohne ihn ginge das gar nicht“, erklärte Lang nach dem Finale das Geheimnis ihres bemerkenswerten Erfolgs.

Quelle Text und Bilder: Deutscher Tischtennis-Bund

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