Natürlich war es das Turnier des Timo Boll, der seinen Abschied von der NDM-Bühne mit seinem 13. Einzeltitel krönte. Doch auch der Blick auf den Damen-Bereich lohnt. Dort waren außergewöhnliche Leistungen zu bestaunen mit einer frischgebackenen Deutschen Meisterin im Einzel und Doppel Nina Mittelham.

Die 22-Jährige, die in den letzten Monaten einen weiteren Sprung nach vorne gemacht hat, bestätigte ihr aktuelles Leistungshoch nachdrücklich mit einem 4:1 über die favorisierte Petrissa Solja in einem umkämpften Damen-Endspiel. Und damit nicht genug: Auch im Doppel stand die Leistungsträgerin des ttc berlin eastside gemeinsam mit Partnerin Franziska Schreiner vom TV Busenbach am Ende ganz oben auf dem Treppchen. Mittelham avancierte somit zur erfolgreichsten Spielerin der NDM 2019.

Im Einzel-Finale musste sich die Favoritin Petrissa Solja ihrer zweieinhalb Jahre jüngeren Rivalin Nina Mittelham beugen. Dass Mittelham zurzeit sehr stark ist, wusste man, doch beim 11:7, 6:11, 16:14, 11:8 und 12:10 fiel auf, wie abgeklärt sie agierte und wie sie gerade in den entscheidenden Situationen die besseren Lösungen fand.

Die am Finaltag bärenstarke Nina Mittelham, die tags zuvor phasenweise noch unzufrieden mit sich selbst gewesen war, sicherte sich die ersten beiden nationalen Meistertitel ihrer Karriere – man muss keine hellseherischen Fähigkeiten besitzen, um zu prophezeien, dass es nicht die letzten gewesen sein dürften.

„Ich hatte nichts zu verlieren und ging ohne Druck in das Spiel“, so Mittelham. „Ich fühlte mich gut und in den engen Situationen hatte ich auch ein wenig Glück. Von Beginn an habe ich die Konzentration komplett auf mich gerichtet.“ Der Knackpunkt war für die Siegerin der mit 16:14 gewonnene dritte Satz: „Anschließend habe ich gemerkt, dass in dem Spiel was geht. Jetzt bin ich einfach nur überglücklich.“

In der mit jeweils 3.300 Fans am zweiten und dritten Turniertag fast ausverkauften Wetzlarer Rittal Arena wurde tolles Damen-Tischtennis auf ganz hohem Niveau geboten. Dass Titelverteidigerin Han Ying verletzt passen musste, war zwar schade, tat der Qualität des Wettbewerbs aber keinen Abbruch. Überhaupt war es ein bemerkenswertes Turnier aus Sicht der 1. Bundesliga Damen. Schon im Achtelfinale standen 14 Bundesligaspielerinnen sowie eine Akteurin, Yuki Tsutsui, die kommende Saison im Oberhaus aufschlagen wird. Man war gewissermaßen unter sich und trug inoffizielle Liga-Meisterschaften im Einzel und Doppel aus – mit PerspektivTeam-Athletin Nina Mittelham als strahlende Gewinnerin.

Quelle: tt-news.de / Bilder: picture alliance