Großartige Unterstützung für Sarah VossDie Erfolgsbilanzen deutscher Sportlerinnen und Sportler bei Olympischen Spielen sind rückläufig. Die Gründe hierfür liegen neben dem stetig steigenden internationalen Wettbewerbsdruck auch in der enormen Belastung, der sich bereits Nachwuchsathleten aussetzen müssen. Bis zu 30h Sport pro Woche neben Schule/Ausbildung oder Studium sind keine Seltenheit.

Aber auch die im Vergleich zu anderen Nationen häufig niedrige gesellschaftliche Wertschätzung der Leistungen von Top-Athleten wurde gerade nach London 2012 intensiv diskutiert. Die Folge für den deutschen Spitzensport ist häufig, dass aussichtsreiche Talente ihre sportliche Karriere abbrechen, bevor sie richtig angefangen hat.

Die olympische Familie des Rheinlandes setzt immer wieder Zeichen gegen diese Entwicklung und lässt aussichtsreichen Talenten eine besondere Wertschätzung ihrer Leistungen zu teil werden. Jüngstes Beispiel ist die 16-jährige Kunstturnerin Sarah Voss aus Dormagen, deren ausgeprägte Eigen-Motivation in diesen Tagen einen besonderen Schub erhielt.

Je stärker das Netzwerk, umso größer die Chancen auf Erfolg!

Auf Initiative des PerspektivTeams des Olympiastützpunkts Rheinland, dem Sarah seit dem Herbst 2015 angehört, schlossen sich verschiedene Sport-Partner der Region zusammen, um Sarah die Teilnahme am Turn-Weltcup in Doha Ende März (24. – 26.03.) zu ermöglichen. Der Deutsche Turner-Bund DTB nämlich hatte Sarah, die bei der Turn-WM 2015 bereits als Reserveturnerin internationale Wettkampfluft schnuppern durfte, die Möglichkeit eingeräumt, sich auf eigene Kosten in Doha für das National-Team zu präsentieren, um sich so eine Teilnahme-Möglichkeit beim Olympia-Qualifikationsturnier in Rio im April oder bei der EM Ende Mai / Anfang Juni in Bern zu erturnen. Allerdings müssen für eine Weltcup-Teilnahme verpflichtend auch eine Trainerin und eine Kampfrichterin die Reise antreten, deren Reisekosten ebenfalls von der Athletin getragen werden müssen.

Nach dem Motto „Ein starkes Team gewinnt!“ sagte der Förderverein des OSP Rheinland umgehend seine finanzielle Unterstützung zu, um damit weitere potentielle Förderer zur Finanzierung des Rio-Projektes zu animieren – mit Erfolg. Aus dem olympischen Netzwerk kamen postwendend positive Signale von der Volker Staufert Stiftung mit Sitz in Neuss, dem Förderkreis „Partner für Sport und Bildung e.V.“ aus dem Rhein-Kreis Neuss sowie dem Förderverein Olympischer Spitzensport Kunstturnen der Frauen (FOSKF) e.V. Köln.

von links: Michael Scharf, Volker Staufert, Christoph Buchbender, Silke Sonnenschein

OSP-Leiter Michael Scharf: „Das Rheinland ist die erfolgreichste olympische Region Deutschlands, dies gewährleisten wir durch ein engagiertes Netzwerk aus Sport, Bildung, Politik und Wirtschaft. Unsere Athletinnen und Athleten ordnen ihr Leben ihrem sportlichen, nicht ihrem finanziellen Traum unter. Und so freue ich mich sehr, dass es uns gemeinsam gelungen ist, Sarahs Olympia-Ambitionen zu unterstützen und ihre enorme Leistungsbereitschaft so auch entsprechend zu würdigen.“

Volker Staufert, seit vielen Jahren ein engagierter Sportförderer in der Region, unterstreicht: „Unsere jungen Talente betreiben mit großer Leidenschaft einen enormen Aufwand, um sich den Traum von einer Olympia-Teilnahme zu verwirklichen. Tägliches Training, kombiniert mit der Teilnahme an Trainingslagern bzw. Wettkämpfen im In- und Ausland müssen mit schulischer (G8!), universitärer oder beruflicher Ausbildung kombiniert werden. Diese jungen Spitzensportler sind hervorragende Vorbilder für unsere Kinder und Jugendlichen in punkto Leistungsfähigkeit, Gemeinschaftsgefühl sowie Leistungswillen. Ich bin überzeugt davon, dass sie auch nach ihrer sportlichen Karriere wertvolle Stützen unserer Gesellschaft sein werden.“

Christoph Buchbender, Präsident des „Partner für Sport und Bildung e.V.“: „Bereits im vierten Jahr fördert und unterstützt das große Netzwerk der „Partner für Sport und Bildung“ regionale Sporttalente auf ihrem Weg an die Leistungsspitze. Die gezielte Förderung soll den oft noch jugendlichen Sportlern dabei helfen, ihre schulische und sportliche Laufbahn besser miteinander verbinden zu können. Dabei bedarf es häufig gar keiner großen Summen, um etwas Gutes zu bewirken – wie das Beispiel von Sarah Voss eindrucksvoll belegt. Natürlich drücken wir ihr – wie auch allen anderen Talenten aus der Region – feste die Daumen, dass sich für sie der Olympische Traum erfüllen wird.“

Silke Sonnenschein (stellvertretende Vorsitzende des FOSKF e.V.): „Eine der Hauptaufgaben unseres Fördervereins FOSKF e.V. besteht in der Unterstützung hoffnungsvoller Kunstturnerinnen des Turnzentrums der DSHS Köln – entsprechend haben wir einer individuellen Förderung Sarah Voss für eine Weltcup-Teilnahme in Doha auch umgehend zugestimmt. Sarah ist im Gründungsjahr des FOSKF e.V. zum Turnzentrum DSHS Köln gestoßen und hat sich seitdem klasse entwickelt. Wir drücken ihr für ihren Wettkampf kräftig die Daumen.“

Olympia-Traum Rio: Sarah Voss


Kurzportrait Sarah Voss:

Im Alter von 5 Jahren begann Sarah mit dem Leistungssport in Wetzlar, wo sie bereits mit Fabian Hambüchen in derselben Halle trainierte. Seit 2007 lebt ihre Familie in Dormagen, Sarah besucht heute die 10. Klasse des Norbert-Gymnasium Knechtsteden, das die junge Turnerin u.a. mit Trainingsfreistellungen und einer Schulzeitstreckung in der Dualen Karriere unterstützt. Mittlerweile trainiert Sarah ca. 25 Stunden wöchentlich an der Deutschen Sporthochschule Köln, für deren Team sie startet (Turnzentrum DSHS Köln) und wo sie nun wieder auf Fabian Hambüchen trifft, der an der Sporthochschule studiert und trainiert.

Anfang Oktober 2015 ging für die 16-jährige Kunstturnerin ein kleiner Traum in Erfüllung, denn da teilte ihr der Deutsche Turnerbund-Bund mit, dass sie an allen Maßnahmen der WM-Vorbereitung teilnehmen und darüber hinaus auch als Reserveturnerin mit zur WM nach Glasgow fahren darf. Mit Platz 12 verpasste die Damen-Riege bei der WM Ende Oktober leider die direkte Olympia-Qualifikation, nun gilt es, beim Testevent im Frühjahr in Rio de Janeiro einen von vier möglichen Teamplätzen zu erringen – vielleicht ja mit Sarah Voss im Aufgebot, die begeistert darüber war, erstmals WM-Luft schnuppern zu können.