09 Mrz 2016
März 9, 2016

Radsport: Mieke Kröger fährt nach Rio

Auf dem Weg nach Rio: Mieke KRÖGER - Charlotte BECKER - Stephanie POHL und Gudrun STOCK Unsere PerspektivTeam-Athletin Mieke Kröger erfüllt sich den Traum von Olympia. Bei der Bahnrad-WM reichte dabei ihrem Vierer mit Charlotte Becker (Berlin), Stephanie Pohl (Cottbus) und Gudrun Stock (München) in der Mannschaftsverfolgung der Frauen Platz zehn in der Qualifikation, um die Fahrkarte nach Rio als drittbestes europäisches Team hinter Großbritannien und Italien zu lösen.

Hier der Bericht aus dem Westfalen-Blatt von Arndt Wienböker:

Der Traum wird wahr! Bielefelds Radsport-Ass Mieke Kröger (RV Teutoburg Brackwede) fährt zu den Olympischen Spielen nach Rio de Janeiro. Mit dem deutschen Bahn-Vierer hat die 22-Jährige das Olympia-Ticket gelöst.

Bei der am Sonntag zu Ende gegangenen Bahn-WM in London lief es für Mieke Kröger, Charlotte Becker (Berlin), Stephanie Pohl (Cottbus) und Gudrun Stock (München) in der Mannschaftsverfolgung der Frauen zwar weniger rund, aber Platz zehn in der Qualifikation reichte, um die Fahrkarte nach Rio als drittbestes europäisches Team hinter Großbritannien und Italien zu lösen. »Das war sicherlich keine Glanzleistung von uns. Wir hatten uns natürlich mehr vorgenommen, aber das Abschneiden ist auch kein Weltuntergang, schließlich haben wir die Olympia-Qualifikation trotzdem sicher«, berichtet die Bielefelderin, die am Sonntag in die Heimat zurückgekehrt ist.

Taktik geht nicht auf

Die Renntaktik, die sich der deutsche Bahn-Vierer in London zurechtgelegt hatte, ging nicht auf. Kröger: »Jede von uns sollte länger in der Führung fahren. Ich bin angefahren, konnte das Tempo nach hinten raus aber nicht halten und bin drei Runden vor dem Ziel ausgestiegen«. Obwohl der Einzug in die nächste Runde verpasst wurde, reichte der zehnte WM-Platz, um die europäische Konkurrenz aus Polen und Russland in der Olympia-Quali auf Distanz zu halten.

In London ging die U23-Europameisterin nach Absprache mit Frauen-Bundestrainer André Korff auch noch in der Einerverfolgung auf die Bahn und belegte dort Platz fünf. »Das kleine Finale wäre schon ganz nett gewesen, aber die Zeit war okay«, meint Kröger, die das Rennen um Bronze nur um eine Sekunde verpasst hatte.

Jetzt ist erst einmal Pause angesagt. Ein paar Tage Ausspannen in der Heimat, dann schwingt sich die Bielefelderin aber schon wieder aufs Rad. Am 19. März startet Mieke Kröger eine ganz persönliche Trainingstour. Zehn bis elf Tage wird sie allein mit Rad und Rucksack unterwegs sein. »So eine Tour habe ich schon zweimal gemacht. Zum einen ist das ein gutes Trainingslager, zum anderen kann ich so meine Abenteuer-Lust befriedigen«. Das Ziel ist diesmal Prag. »Ich habe mir drei Dreier-Blöcke vorgenommen, die ich fahren will«.

Im April stehen dann einige Rennen in Holland für ihr neues Profiteam Canyon-SRAM Racing auf dem Programm. Danach wird die Olympia-Vorbereitung immer mehr in den Fokus rücken. Vom 5. bis 21. August finden die Spiele in Brasilien statt und so langsam realisiert Mieke Kröger, dass sie dann wirklich dabei sein wird. »Der Olympia-Traum wird immer realer. Es ist superspannend, was alles auf mich zukommen wird«.

TV-Spot mit Fährmann

Als Mitglied des Perspektivteams des Olympiastützpunktes Rheinland wird die Studentin der Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaften auf ihrem Weg nach Rio gefördert. »Wenn ich Unterstützung brauche, kann ich mich an den OSP wenden. Mein Heimtrainer Robert Pawlowsky hilft mir dabei. Das ist eine gute Sache«.

Außerdem profitiert Mieke Kröger von einer Aktion der Bundesliga-Stiftung, die in Kooperation mit der Deutschen Sporthilfe unter dem Motto #UnserRespekt deutsche Olympia-Kandidaten ins Rampenlicht rückt. Prominente Bundesliga-Profis werben seit Anfang Februar im Rahmen von TV-Spots und Print-Anzeigen sowie in den sozialen Medien für Unterstützung der Nachwuchselite-Athleten der Deutschen Sporthilfe. Der Pate von Mieke Kröger ist Schalkes Torwart Ralf Fährmann, der in den TV-Spots (ARD, Sky, Sport 1) auf die Bielefelderin aufmerksam macht. Kröger: »Eine gelungene Aktion. Es geht darum, uns als Sportler bekannter zu machen«.

Mieke Kröger löst das Olympia-Ticket

Quelle: Westfalen-Blatt, Bilder: picture alliance