kroeger_mieke_osp1Mieke Kröger hat sich mit einem zweiten Platz bei den Landesverbandsmeisterschaften zurückgemeldet. In ihrem ersten Straßenrennen nach der winterlichen Bahn-Saison, in der sie unter anderem bei der Weltmeisterschaft in Kolumbien an den Start gegangen war, musste sich unsere PerspektivTeam-Athletin im Lichtenauer Ortsteil Herbram auf der Zielgeraden nur ihrer alten Rivalin Melanie Hessling, die für das Dortmunder Team Nutrition fährt, geschlagen geben.

„Daran will ich arbeiten“, meint die 20-Jährige – und meint damit ihre Endgeschwindigkeit, weil viele Rennen halt erst im finalen Sprint Frau gegen Frau entschieden werden. Von der Tempohärte und ihren Qualitäten als Zeitfahrerin her ist Kröger schon lange über jeden Zweifel erhaben, zur absoluten Spitzenfahrerin fehlt ihr mitunter noch der richtige Punch auf den letzten Metern eines Massenspurts.

In der Vorbereitung auf die Straßensaison ist die Fahrerin des RV Teutoburg Brackwede ungewöhnliche Wege gegangen. „Ich habe mir zwei Satteltaschen mit dem Notwendigsten auf den Gepäckträger geladen und bin allein gut 1.000 Kilometer von Bielefeld über Bremerhaven nach Hamburg, durch die Lüneburger Heide über Uelzen nach Wolfsburg und am Ende noch nach Dresden und an der Elbe entlang nach Bad Schandau geradelt“, berichtet Kröger, die so einige schöne Landschaften Deutschlands kennenlernte. Die Fahrt, die Kröger auf ihrer Homepage mit schönen Bildern und vielen witzigen Kommentaren dokumentiert hat, war aber nur zum Teil eine touristische Reise: „Der Trainingseffekt war enorm, weil ich gefühlt die ganze Zeit Gegenwind hatte und mit dem Gewicht auf dem Hinterrad ordentlich treten musste“, schildert Kröger ihre Eindrücke. Übernachtet wurde übrigens nicht etwa in Nobelquartieren, sondern in Jugendherbergen.

In den nächsten Tagen wird Mieke Kröger auf den Straßen in und um Bielefeld trainieren. Da sie ein Psychologie-Studium an der Fern-Universität Hagen aufgenommen hat, wohnt sie wieder zu Hause und bereitet sich in der Senne und an den Anstiegen des Teutoburger Waldes auf die nächsten Ereignisse vor. Ende Mai stößt sie zu ihrem niederländischen Profiteam Futurumshop.nl-zanatta, in dessen Trikot sie einige Rennen – überwiegend in den Niederlanden – bestreiten wird. Die Saisonhöhepunkte stehen dann mit den U-23-Europameisterschaften auf der Bahn und auf der Straße an.

„Leider liegen diese beiden Veranstaltungen nur 14 Tage auseinander, so dass ich wohl nur an einer EM teilnehmen kann“, berichtet Mieke Kröger, die, wenn sie es sich aussuchen dürfte, am liebsten das Straßen-Zeitfahren bestreiten würde. In dieser Disziplin holte sie 2011 bei der WM in Kopenhagen bereits Bronze und ein Jahr später bei der EM im niederländischen Goes Silber – die logische Steigerung wäre dieses Mal die Goldmedaille.

Doch so weit ist es noch nicht. Zunächst einmal heißt es für Kröger, sich weiter gut einzurollen, unter anderem am Sonntag beim Großen Preis der Sparkasse in Brackwede, und vor allem von Verletzungen verschont zu bleiben. „Erst Ende Juni weiß ich mehr“, sagt die Bielefelderin, die auch noch die Teilnahme an dem einen oder anderen Bundesliga-Rennen angedacht hat – als Einzelstarterin! Wer allein durch Deutschland gefahren ist, braucht offenbar auch im Rennen keine Helferinnen.

Quelle: nw-news.de  Hans-Joachim Kaspers
Bilder : picture alliance, OSP Rheinlandkroeger_mieke_strasse