Die Mountainbike-EM wurde in diesem Sommer aufgrund der Unruhen von der Türkei nach Italien verlegt. Vom 27. bis 30. Juli wurden die Titelkämpfe im  norditalienischen Darfo Boario Terme ausgetragen. Unsere PerspektivTeam-Athletin Franziska Koch erzählt in ihren Rennberichten von ihrem Einsatz bei der Team Ralley und dem Einzelstart im Cross Country der weiblichen U19.

„Meine erste Europameisterschaft fuhr ich nicht in meiner gewohnten Disziplin Cross Country, sondern durfte mit vier weiteren deutschen Fahrern als Team bei der Team Ralley starten. Die Team Ralley (Staffel) läuft im Prinzip wie ein Cross Country Rennen ab, nur der Unterschied ist, dass jeder Fahrer nur eine Runde fährt. Zwar bin ich schon letztes Jahr bei der TFJV in Frankreich in der Staffel mitgefahren, allerdings ist es bei einer Europameisterschaft schon etwas anderes. Zumal man als Juniorin mit zu den jüngsten Startern in dem Staffelteam zählt. Trotzdem war ich sehr glücklich, diese Chance bekommen zu haben.

Ich war die vierte Fahrerin von unserem Team und wurde von Adelheid Morath auf Platz 4 ins Rennen geschickt. Kurz vor mir fuhr eine Fahrerin aus Italien auf Platz 3 und ich konnte die Lücke noch vor dem Berg schließen. Allerdings war ich ein wenig nervös im Rennen und fuhr ein paar technische Fehler, was mir zudem viel Kraft raubte. Dadurch, dass ich die Runde auch sehr schnell angegangen war und zusätzlich ein paar Fahrfehler machte, fehlte mir im Schlussanstieg die nötige Kraft um den Anschluss an die Italienerin zu halten. Am Schluss löste ich Georg Egger auf Platz 5 liegend ab, der den kleinen Abstand zum vierten Platz auffahren konnte. Jeder aus dem Team, welches recht jung und unerfahren besetzt war, hat sein Bestes gegeben und deswegen sind wir mit unserer Leistung sehr zufrieden. Schlussendlich war es auch eine sehr gute Erfahrung, bei der ich vieles Lernen konnte.

Nur zwei Tage später stand ich dann bei der Europameisterschaft im Cross Country am Start. Meine Nervosität war deutlich geringer als vor der Staffel und ich ging mit keiner großen Erwartung an den Start. Mein Ziel war es, so gut wie es geht zu fahren und einfach alles zu geben.

Der Start verlief sehr gut und ich konnte schon recht weit vorne in den Berg fahren. Schon im Startloop konzentrierte ich mich mehr auf mich selbst, als auf die Fahrerinnen um mich herum, da ich durch die Erfahrung in der Staffel wusste, dass ich nicht überdrehen durfte. Trotzdem bildete sich eine kleine Gruppe, die um den vierten Platz fuhr. Allerdings konnte sich eine Schweizerin in der vorletzten Runde lösen und einen kleinen Vorsprung herausfahren. In der letzten Runde setzte ich mich mit einer Italienerin ab und schaffte es oben noch vor ihr in die Abfahrt zu gehen. Dennoch konnte sie in einer Kurve wieder an mir vorbei fahren und ein kleines Loch von ca. 15 Metern herausfahren. Auf dem letzten flachen Kilometer gab ich nochmal alles, doch ich kam nicht wirklich näher an sie heran, sodass ich nur 4 Sekunden hinter ihr auf einen guten 6. Platz kam. Zuerst war ich ein wenig enttäuscht, dass ich das Loch nicht schließen konnte. Doch im Nachhinein bin ich sehr zufrieden, da ich genau weiß, dass ich alles gegeben habe und somit auch mein Ziel erfolgreich erreicht habe. Zudem konnte ich meine Fehler in der Staffel beheben und kam gut mit dem anspruchsvollen Passagen zurecht.“

Wir gratulieren Franziska Koch zu ihrem ersten EM-Einsatz und wünschen viel Erfolg für die weiteren Rennen!