Der Pole Paweł Wojciechowski hat am Samstag bei der Hallen-EM in Glasgow im Stabhochsprung seinen polnischen Landsmann Piotr Lisek entthront. Bo Kanda Lita Baehre wurde im Finale Siebter.

Überraschend war Paweł Wojciechowski 2011 Weltmeister geworden. Seitdem gewann der Pole drei weitere internationale Medaillen. Ganz oben stand er nach dem Triumph von Daegu (Südkorea) aber nicht mehr. Bis zur Hallen-EM in Glasgow (Großbritannien). Nachdem der 29-Jährige am Samstagabend bei 5,65 Metern schon vor dem Aus stand und drei Anläufe brauchte, meisterte er noch 5,90 Meter. Damit entthronte der neue Hallen-Europameister seinen Landsmann und Titelverteidiger Piotr Lisek, der mit 5,85 Metern Silber gewann. Mit einem Sprung über 5,75 Meter sicherte sich der Schwede Melker Svärd Jacobsson mit Bronze nach einer starken Saison seine erste internationale Medaille.

Für Bo Kanda Lita Baehre (TSV Bayer 04 Leverkusen) waren an diesem Abend 5,65 Meter zu hoch, nachdem der 19-Jährige in seinem ersten internationalen Finale bei den Männern im zweiten Anlauf 5,55 Meter übersprungen hatte. Diese Leistung brachte ihm Rang sieben ein.

Einige der europäischen Top-Stabhochspringer waren in Glasgow nicht am Start, unter anderem Freiluft-Europameister Armand Duplantis (Schweden) oder der EM-Zweite Timur Morgunov (ANA). Verletzungsbedingt fehlten Weltrekordler Renaud Lavillenie (Frankreich) und Raphael Holzdeppe (LAZ Zweibrücken).

Bo Kanda Lita Baehre (TSV Bayer 04 Leverkusen), Siebter Stabhochsprung (5,55 m):
„Ich weiß, dass mehr in mir steckt, aber vom Kopf her hat es heute nicht funktioniert. Ich war körperlich topfit, aber der Kopf hat nicht mitgespielt. Das gehört dazu, so ist der Sport. Dadurch, dass ich körperlich topfit bin, konnte ich immer noch 5.55 Meter springen, was jetzt nicht schlecht ist. Ich hatte eine sehr lange Saison, aber ich weiß, dass ich eigentlich immer konstant springen kann. Ich konnte sehr viel Erfahrung aus dieser Europameisterschaft mitnehmen und ich werde jetzt nicht alles negativ sehen, weil ich gestern einen starken Wettkampf hatte. Das ist schwer, zwei Tage hintereinander: Man hat da nicht einmal 24 Stunden Zeit, um sich komplett darauf vorzubereiten. Aber daraus lernt man: Ich werde in Zukunft auch nochmal zwei Tage hintereinander springen und vielleicht klappt es beim nächsten Mal besser.“

Quelle: leichtathletik.de / Bild: picutre alliance