Bo Kanda Lita Baehre will einer der besten Stabhochspringer der Welt werden. Seine bisherige Bilanz belegt das Talent des 19-Jährigen. Seine größten Erfolge: Deutscher Meister 2017 und 2018, Deutscher U23-Meister 2017 und 2018, Deutscher U20-Meister 2017, U20-Hallenmeister 2016 und 2017, Deutscher U16-Meister 2014, U20-Vizeeuropameister 2017, U18-Vizeeuropameister 2016.
Der Stabhochspringer des TSV Bayer 04 startet bei den Europameisterschaften in Berlin ohne konkretes Ziel – das gehört zu seinem Stil.

Bo Kanda Lita Baehre wirkt sehr motiviert, zugleich aber auch ungewöhnlich entspannt – eine Einstellung, die dem Stabhochspringer des TSV Bayer 04 bisher geholfen hat. Bei der Deutschen Meisterschaft in Nürnberg konnte er vor zwei Wochen erfolgreich seinen Titel verteidigen. „Darüber bin ich natürlich sehr glücklich, auch wenn ich nicht hundertprozentig zufrieden war“, sagt der 19-Jährige, dem dieses Jahr 5,50 Meter für den Titel genügten. Im Vorjahr waren es noch 5,60 Meter.

In Berlin geht er kommende Woche erstmals bei Europameisterschaften an den Start. (7. bis 12. August). „Ich bin mal gespannt, was geht“, sagt Lita Baehre – ohne ein festes Ziel zu haben. „Das habe ich nie.“ Geschadet hat es ihm bisher nicht. Der Stabhochspringer, der den Wettkampf mehr liebt als das Training, kann schon in seinem jungen Alter auf zwei DM-Titel und Silbermedaillen bei Junioren- und Jugendeuropameisterschaften zurückblicken. Der nächste Schritt wäre freilich eine EM-Medaille.

Doch die Latte liegt hoch. „Ich kann mir vorstellen, dass man 5,70 oder 5,80 Meter dafür springen muss“, sagt Lita Baehre, der seine eigene Bestleistung von 5,61 Metern demnach knacken müsste. „Ich möchte irgendwann der Beste sein. Natürlich will ich bei der WM nächstes Jahr sowie Olympia 2020 in Tokio dabei sein und auch Rekorde brechen. Was aber jetzt bei meiner ersten Erwachsenen-EM möglich ist, werden wir sehen.“

Ansporn hat der gebürtige Düsseldorfer auch abseits vom Sportlichen. „Ich lege großen Wert auf meine Familie“, sagt er. „Meine Mutter ist bei meinen Wettkämpfen immer dabei. Das motiviert mich zusätzlich.“ Dass der Sohn eines Kampfsportlers und einer Handballerin in der Leichtathletik gelandet ist, war dem Zufall geschuldet. Mit sieben Jahren begann Lita Baehre mit dem Basketball, dem er bis zur U14 treu geblieben ist. „Das hat auch gut geklappt, und ich habe es bis in den Auswahlkader geschafft“, sagt der 1,93 Meter große Sportler. „Aber ich hatte ein paar Freunde in meiner Klasse, die Leichtathletik gemacht haben. Da bin ich dann mal mitgegangen.“ Sein Talent haben die Trainer schnell erkannt. „Wie es genau zur Spezialisierung auf Stabhochsprung kam, kann ich gar nicht mehr sagen“, blickt der Leichtathlet zurück. „Ich erinnere mich nur, dass ich nie Angst davor hatte – und mir der erste erfolgreiche Sprung schnell gelungen ist.“ Die technisch, physisch und auch psychisch anspruchsvolle Disziplin hat ihm sofort Spaß gemacht. „Und die ersten Erfolge stellten sich schnell ein, so dass es immer weiterging.“

2015 hatte Bo Kanda Lita Baehre allerdings das Gefühl, dass er sich nicht weiterentwickeln würde. „Daher habe ich mich zum Wechsel von ART Düsseldorf nach Leverkusen entschlossen“, sagt der Leichtathlet. Seit Anfang 2016 trainiert er unter der ehemaligen Top-Athletin Christine Adams. „Sie war ein Grund für den Wechsel. Ich brauchte genauere Beschreibungen.“ Zu Beginn pendelte der Sportler noch zwischen Düsseldorf und Leverkusen. Anfang des Jahres zog er mit dem befreundeten Athleten und ebenfalls PerspektivTeam-Mitglied Tom Malutedi zusammen nach Leverkusen.

„Das hat vieles erleichtert. Durch die Pendelei ging viel Energie verloren, die ich jetzt habe“, erläutert der Schüler des Geschwister-Scholl-Berufskollegs. Dort möchte er nächstes Jahr sein Abitur machen. Ob ihm das schon als Europameister gelingt? „Man kann vorher sechs Meter hoch springen. Aber im Wettkampf gehört viel mehr dazu. Man muss mental topfit sein.“ Diesen Eindruck hinterlässt Bo Kanda Lita Baehre indes bereits mit 19 Jahren.

Quelle: RP Online / Bild: Picture Alliance

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