Zum Auftakt der Turn-EM in Glasgow sorgten sechs Abstürze vom Balken für das Aus der deutschen Riege schon in der Qualifikation. Einzig Weltmeisterin Pauline Schäfer konnte in ihr erstes EM-Finale am Schwebebalken einziehen. Die Weltmeisterin hat das komplette Desaster der deutschen Turnerinnen am Schwebalken verhindert und wird als Zweite souverän am Finale der Europameisterschaften in Glasgow teilnehmen.

Da aber PerspektivTeam-Athletin Sarah Voss aus Köln und Leah Grießer aus Karlsruhe am Donnerstag leider jeweils gleich dreimal vom «Zitterbalken» abstiegen, verpasste die deutsche Riege auf Platz zehn (150,897 Punkte) zum Auftakt der European Championships ihr Minimalziel Finaleinzug. «Die Jüngsten hatten solche Angst vor Fehlern. Und dann passieren die eben», sagte Cheftrainerin Ulla Koch.

Tröstlich für die deutsche Riege war, dass insgesamt drei Plätze in den Einzelfinals am Sonntag heraussprangen. Sarah Voss erreichte als Achte den Endkampf am Sprung. Pauline Schäfer könnte am Sonntag ihre dritte internationale Medaille im Schwebebalkenfinale gewinnen. «Ich sehe das jetzt mit einem lachenden und einem weinende Auge», sagte Schäfer. «Aber ein Weltuntergang ist ein Verpassen des Teamfinales auch nicht.» Am Barren war die 29 Jahre alte «Mutter der Kompanie» Kim Bui den Youngstern ein Vorbild. Die Stuttgarterin behielt die Nerven und turnte sich mit 14,20 Punkten auf Platz vier ins Finale.

«Über eine Team-Medaille reden wir nicht», hatte Pauline Schäfer schon vor dem Titelkampf geäußert. Mit solchem Reinfall hatte aber im deutschen Lager niemand vorher rechnen können. «Die Traurigkeit überwiegt bei mir», sagte Sarah Voss.

Es begann auch am Sprung nicht glücklich für die deutschen Riege in der mit 5000 Besuchern nur halb besetzten Hydro Arena. Die 16-jährige Emma Höfele musste bei ihrer EM-Premiere bei der Sprung-Landung aufgreifen und bekam kräftige Abzüge. Aber eine an diesem Gerät starke Sarah Voss kompensierte mit einem 14,233-Punkte-Satz die mäßige Leistung ihrer Kollegin und schaffte den Einzug in das Finale.

Quelle: stimme.de / Bild: Picture Alliance

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