Hannes PortraitEreignisreiche Tage liegen hinter Hannes Schürmann. Der Remscheider Schwimmer mit Handicap nahm vom 13. bis  19 Juli an den Weltmeisterschaften im Schwimmen für Menschen mit Behinderung teil. 570 Schwimmer aus 68 Nationen reisten nach Glasgow, wo im Tollcross Swimming Centre um Weltmeistertitel geschwommen wurde.

Mit der Titelvergabe hatte der Siebzehnjährige Hannes Schürmann nichts zu tun. Bei seiner ersten WM-Teilnahme stand der Erfahrungsgewinn im Vordergrund. Sportlich wollte Schürmann die eine oder andere Bestzeit erzielen und hoffte auf eine Finalteilnahme. Beides gelang dem Nachwuchsschwimmer.

Bereits am ersten Wettkampftag schwamm er über 100m Freistil eine neue Bestzeit. Seine alte Bestmarke verbesserte er um 0,42 Sekunden und schlug in 1:10,73 Minuten an, was den 12. Platz bedeutete. Nach einem wettkampffreien Tag stand am Mittwoch das Rennen über 400m Freistil an. Im Vorlauf schwamm sich Hannes Schürmann in 5:25,35 Minuten als Achter ins Finale. Das Finale ging der junge Schwimmer beherzt an, konnte sich nach großartigem Kampf über 3 Sekunden steigern und wurde Siebter in 5:22,25 Minuten. Die ersten beiden Starts von insgesamt fünf waren absolviert und Hannes Schürmann hatte schon seine sportlichen Ziele erreicht was ihn befreien sollte.

Doch in diesen erfolgreichen Situationen ist es schwer die Anspannung und die Konzentration auf die noch anstehenden Wettkämpfe aufrecht zu erhalten. Nach einem wettkampffreien Donnerstag kam für Hannes Schürmann  ein leichter Dämpfer über 50m Schmetterling. Er schlug in für ihn mäßigen 0:37,23 Minuten an und wurde Dreizehnter. Eine Platzierung und Umstände die sicherlich unter  die Rubrik Erfahrungsgewinn fallen und um Erfahrung zu sammeln und zu lernen war der Nachwuchsathlet schließlich zur WM gereist, was auch die Pressestelle des DBS kundtat.

Besser machte er es am Samstag im Wettkampf über 100m Rücken, wo er seine Bestzeit  um 0,28 Sekunden verbesserte. Am Ende belegte er in 1:22,99 Minuten den zehnten Platz. Schade dass er hauchdünn am  Deutschen Rekord vorbeischwamm.  Den Rekord einzustellen ist sicherlich auch ein Ziel für das nächste Wettkampfjahr.

Am letzten Wettkampftag wurde er über 50m Freistil disqualifiziert. Kein schöner Abschluss der WM, aber Hannes Schürmann wird es verschmerzen.

Insgesamt waren die Weltmeisterschaften in der schottischen Metropole  ein voller Erfolg. Zufrieden und mit vielen neuen Eindrücken, Erlebnissen und Erfahrungen wird er heute Nachmittag mit dem Flieger aus Glasgow zurückkehren. Sportlich hat er sich seine gesteckten Ziele erfüllt. Zwei neue Bestzeiten und eine Finalteilnahme stehen auf der Habenseite. Trotz nicht optimaler Vorbereitung und Erkältung im Vorfeld war er auf den Punkt fit, was sicherlich auch ein Verdienst seiner Trainerin Marion Haas-Faller ist. Die Paralympische Stützpunkttrainerin am Trainingsstützpunkt Leverkusen und Hannes Schürmann arbeiten seit 2007 zusammen und haben gemeinsam schon viele Erfolge gefeiert, aber auch schlechtere Zeiten mit Verletzungen und Rückschlägen durchlebt.

Nach einem solchen Großereignis, wie der WM, ist es schwer neue Ziele zu formulieren. Doch diese hat Hannes Schürmann klar vor Augen und im nächsten Jahr gibt es gleich Zwei davon.  Im Mai finden Europameisterschaften statt und im September die Paralympics in Rio de Janeiro. Hannes Schürmann möchte sich für beide Großereignisse qualifizieren und sich besonders seinen Traum einer Paralympics-Teilnahme erfüllen.

Nun geht der junge Schwimmer erst einmal in einen knapp dreiwöchigen Urlaub, der erste längere Urlaub nach zwei Jahren in denen er praktisch durchtrainiert hat. Vom 9. bis 16. August reist Schürmann gemeinsam mit Nachwuchsschwimmern des Deutschen Behindertensportverbandes nach Israel. In Tel Aviv wird dann der Trainingsauftakt für die neue Saison sein, wo gemeinsam mit Schwimmern der Israelischen Nationalmannschaft trainiert wird. Vorgesehen sind neben Trainingseinheiten auch ein umfangreiches Besichtigungsprogramm und die Teilnahme an den Israelischen Meisterschaften.