Auf die Säbelfechter ist bei der 30. Sommer-Universiade Verlass. Nur wenige Stunden nach der ersten Medaille für Deutschland bei den Weltspielen der Studierenden in Neapel durch Wasserspringer Frithjof Seidel hat OSP-Fechter Frederic Kindler nachgelegt. Der an der Universität Hohenheim eingeschriebene Schützling von Junioren-Bundestrainer Dan Costache (Dormagen) wurde erst im Finale gestoppt. PerspektivTeam-Athlet Raoul Bonah beendete den Einzelwettbewerb auf Rang sechs, für Lorenz Kempf (beide TSV Bayer Dormagen) kam Platz 22 heraus.

Frederic Kindler (TSG Eislingen) präsentierte sich beim Turnier in Salerno in bestechender Form und auf Augenhöhe mit der Weltelite. Lange Zeit gestaltete der 20-Jährige den Titelkampf gegen den Koreaner Sanguk Oh ausgeglichen, ehe der Weltranglistenzweite sich absetzen konnte und am Ende mit 15:11 die Oberhand behielt. Für Kindler war es trotz der knappen Niederlage ein „einmaliges Erlebnis. Wir drei Deutschen hatten alle die Chance auf eine Medaille, für mich ist der Traum in Erfüllung gegangen. Das ist im Einzel mein bislang größter internationaler Erfolg.“ Ein Coup, der für die am Sonntag anstehenden Teamwettbewerbe Auftrieb geben sollte. „Wir wollen eine Medaille. Das wäre für das Team perfekt. Wir sind alle motiviert“, so Kindler, dessen Kollegen vom Höhenberg auf der Planche ebenfalls einen guten Eindruck hinterließen: Raoul Bonah unterlag erst im Viertelfinale dem Italiener Matteo Neri mit 11:15, Lorenz Kempf (beiden Uni Köln) verlor in der Runde der besten 32 gegen den Franzosen Maxime Pianfetti mit 4:15. In seinem Fazit widmete sich Costache natürlich zunächst Medaillengewinner Frederic Kindler: „Er hat eine hervorragende Leistung abgeliefert. Ich kann mit seinem Ergebnis nur zufrieden sein.“ Grundsätzlich stellte er fest: „Die Universiade ist für die Fechter und mich ein tolles Erlebnis, welches wir alle zum ersten Mal erleben. Auch wenn das Starterfeld mit 69 Teilnehmern eher klein ist, sind die Spiele sehr stark besucht. Viele Nationen, wie zum Beispiel Korea, haben ihre besten Leute geschickt.“

Das Multisport-Event in Süditalien steht unter dem Motto: „Neapel im Zentrum der Welt.“ Noch bis zum 14. Juli kämpfen rund 8000 Studenten und Studentinnen in 18 Sportarten um die Medaillen. Aus Deutschland sind 123 Athleten und Athletinnen aus 70 Hochschulen vertreten.

Quelle: Dirk Sitterle, NGZ Online / Bild: OSP Rheinland