Wellenreiten gehört 2020 mit seiner Disziplin Shortboarden zum ersten Mal zum olympischen Programm. Die Aufnahme dieser besonderen neuen Sportart hat der Olympiastützpunkt NRW/Rheinland direkt in die Praxis umgesetzt. Die erst 16 Jahre alte Surferin Noah Lia Klapp gehört nun in den ausgewählten Kreis der OSP PerspektivTeam-Athleten*Innen.

Geboren 2003 in Barcelona als Tochter deutscher Eltern, zog Noah mit 9 Jahren aus der Schweiz, wo sie zuerst das Skifahren lernte, nach Kalifornien und begann zu surfen. Dort lebt sie nun mit ihrer Familie in San Clemente, wo deutlich bessere Vorraussetzungen für eine große Surf-Karriere herrschen als in Deutschland. Unterrichtet wird die Schülerin neben täglichem Training und Wettkampfreisen privat von zu Hause aus.

Ein erstes Kennenlernen gab es trotz der Distanz bereits im Rahmen einer Team-Maßnahme des Deutschen Wellenreitverbandes in Köln. In Begleitung von Leistungssportreferent des DWV Jannik Dörr gab es zunächst die offizielle Begrüßung im OSP PerspektivTeam durch OSP-Leiter Daniel Müller. Am folgenden Tag absolvierte Noah gemeinsam mit den anderen deutschen Top-Surferinnen und -Surfern die alljährliche sportmedizinische Untersuchung am Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin der DSHS Köln und wurde dabei von OSP-Leistungsdiagnostiker Dr. Argiris Vassiliadis und seinem Team bestens betreut. Anschließend unterzogen sich die Athleten diversen biomechanischen Leistungstests bei OSP-Leistungsdiagnostiker Dr. Oliver Bloch und dem beliebten Laktat-Feldstufentest unter der Leitung von OSP-Leistungsdiagnostiker Daniel Jacko.

Noah Klapp

 

 

 

 

 

 

 

Noahs Wohnort nahe Huntington Beach, einem der schwierigsten Surfspots in Kalifornien, hat sich bereits ausgezahlt. Im letzten Jahr gewann sie bei den ISA World Junior Surfing Championships in Huntington Beach zuerst die Goldmedaille bei den U16 Girls und holte sich dann noch Bronze in der Kategorie U18. Damit sicherte das 16-jährige Ausnahmetalent Deutschland zudem einen Platz in den Top 8 der Nationenwertung! Noah selbst konnte ihre Erfolge selbst kaum fassen: „Es ist ein unbeschreibliches Gefühl. Ich bin mit meiner Leistung super glücklich und der Sieg gibt mir natürlich Selbstvertrauen für die nächsten Wettkämpfe. Ich habe noch nicht viel Contesterfahrung sammeln können und dann direkt bei den ISA World Junior Surfing Championship bei den U16 zu gewinnen…“ (Quelle: Interview mit Surfers Mag)

Neben diesen internationalen Erfolgen wurde der Schützling von Coach Julen Lasa, der Noahs Potential sofort erkannte, 2019 auch Deutsche Meisterin. Dass Noah einen deutschen Pass hat und für Deutschland startet, obwohl sie in Kalifornien lebt, ist für sie keine Frage. Ein Großteil ihrer Familie lebt in Deutschland und Urlaub bei den Großeltern genießt Noah besonders. Umso mehr freuen wir uns, dass Noah nun auch Teil der OSP Rheinland-Familie ist. Der Deutsche Wellenreitverband hat sein Hauptquartier in der Kölner Innenstadt und profitiert von der Nähe zur Zentrale des OSP Rheinland in Köln. Noahs Betreuung und auch eine eventuelle Olympia-Nominierung läuft dementsprechend über Köln.

„Auch wenn ihr Lebensmittelpunkt Kalifornien auf den ersten Blick einer engeren Betreuung im PerspektivTeam entgegen zu stehen scheint, so sind wir doch überzeugt, Noah und ihrem Betreuerteam mit unserem Knowhow und unseren Erfahrungen auch aus anderen Sportarten und Disziplinen optimal unterstützen zu können. Wir freuen uns sehr, mit Noah einen sehr erfolgreiche und überaus sympathische Athletin aus einer spannenden Sportart im PerspektivTeam begrüßen zu dürfen.“, sagt OSP-Leiter Daniel Müller.

Der Fokus unserer PerspektivTeam-Athleten*Innen liegt auf einer Olympia-Teilnahme 2024. Trotzdem ist es aufgrund Noahs rasanter Entwicklung nicht undenkbar, dass sie bereits in diesem Jahr die Olympia-Qualifikation schafft. Wir möchten sie bei diesem großen Ziel bestmöglich unterstützen und freuen uns, ein solches Ausnahmetalent auf dem Weg zu Olympia – sei es 2020 oder 2024 – zu begleiten.